Produktionsmenge verdoppelt und Mitarbeiter entlastet

22.12.2021 11:55:01

Wer das Glück hat, fachlich qualifizierte Schweißerinnen und Schweißer in seinem Betrieb zu haben, sollte trotzdem über die Automatisierung von Schweißprozessen nachdenken, denn es geht immer auch um Entlastung und den zielgerichteten Einsatz der Schweißer, wo Roboter ihre Grenzen haben. Oder auch um eine Mengensteigerung, die mit dem bestehenden Team aus Handschweißern einfach nicht zu stemmen ist. So geschehen bei der Sächsischen Bewehrungsstahl (SBS), einem der größten Baustahlhersteller in Deutschland. 

Hier haben Handschweißer im Drei-Schicht-Betrieb Trag- bzw. Transportanker geschweißt, die nun von einer Roboterschweißanlage gefertigt werden. Die Robolution GmbH, ein Systemintegrator und Experte für Roboterschweißanlagen, hat für die SBS ein Schweißroboterkonzept entwickelt, das unter anderem auf Roboterbrenner von ABICOR BINZEL aufbaut. Den Ablauf des Automatisierungsprojekts mit allen Bedenken und Herausforderungen besonders im Bereich der Toleranzen stellen Pierre Langer, Betriebsleiter der Sächsischen Bewehrungsstahl sowie Patrick Haber, Geschäftsführer von Robolution in dem Video-Interview anschaulich dar.

Toleranzen und Handling als konkrete Herausforderungen

Der Schritt in die Automation will gut überlegt und geplant sein. Es stehen Fragen im Raum wie: Lassen sich unsere Bauteile automatisiert Schweißen? Welche Möglichkeiten gibt es, um eine Roboterschweißanlage einfach in die laufenden Prozesse zu integrieren? Brauchen wir einen eigenen Roboterprogrammierer? Wie läuft Service ab und wie ist es mit der Programmierung & Bedienung einer solchen Roboteranlage durch das eigene Team? Hier liefert ein Systemintegrator wie Robolution in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Kunden die notwendigen Antworten. Und natürlich kann Robolution bei der Realisierung von Automatisierungsprojekten mit Roboterbrennern, Roboterstromquellen und Reinigungsstationen – um nur einige Beispiele zu nennen – auf den Support durch ABICOR BINZEL zählen.

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In dem konkreten Fall der Sächsischen Bewehrungsstahl, bei der ein Transportanker automatisiert geschweißt werden sollte, war schnell klar: Greif- und Spannvorrichtungen sind essentiell, das gesamte Handling muss bedacht werden. Von der Zuführung der Einzelteile bis zur Ausgabe des fertigen Produkts und auch die Schneidkannten des Druckstabs, der in den metallenen Bügel eingeschweißt werden muss, stellen bezüglich der Toleranzen eine kleine Herausforderung dar.

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Autonome Roboterschweißanlage mit Roboterbrennern von ABICOR BINZEL 

SBS hat bereits seit vielen Jahren Erfahrung mit Handschweißbrennern von ABICOR BINZEL. Aus diesem Grund war es für Robolution klar, einen Roboterschweißbrenner von ABICOR BINZEL mit den entsprechenden Vorgaben an Power und Einschaltdauer in das Konzept zu integrieren. Die hohe Produktivität der gesamten Automatisierungslösung beruht darauf, dass die Anlage in einem autonomen Betrieb arbeitet. Während früher mehrere Handschweißer die Bauteile gefertigt hatten, setzt heute ein Mitarbeiter lediglich die Einzelteile in die einfach gestalteten Aufnahmen der Materialzuführung. Des Weiteren entfällt für den Bediener die körperlich fordernde präzise Ausrichtung des Bauteils durch die Roboterbestückung.

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Der Weg in die Automatisierung von Lichtbogenschweißprozessen und des Handlings über Schweiß- und Handlingroboter mit Spann- und Fördertechnik hat sich für die Sächsische Bewehrungsstahl gelohnt. Das Videointerview liefert noch viele interessante Details über dieses Automatisierungsprojekt.