Ein Blick in gängige Jobportale zeigt: Schweißfachkräfte werden überall händeringend gesucht. Doch wer heute im Vorstellungsgespräch junge Talente für sein Unternehmen gewinnen will, braucht mehr als nur ein attraktives Gehalt und spannende Projekte. Ein sauberer und sicherer Arbeitsplatz hat bei jungen Nachwuchskräften höchste Priorität. Eine Werkstatt voller Schweißrauch ist längst kein hinnehmbares Übel mehr, sondern ein echtes K.-o.-Kriterium bei der Jobwahl. Wie sich höchste Produktivität und moderner Gesundheitsschutz vereinen lassen, haben unterschiedliche Fachexperten auf dem ersten Technologieforum im Air Liquide SchweisserCampus in Krefeld den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern vermittelt.
Das Event brachte wertvolles Fachwissen und echtes Handwerk zusammen: Über 70 Fachleute waren live vor Ort, während sich rund 70 weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer digital zugeschaltet hatten, um die neuesten Entwicklungen rund um Arbeitssicherheit und Schweißtechnik hautnah zu verfolgen.
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Warum Arbeitsschutz ein Teamsport ist
Der Vormittag in Krefeld startete direkt mit geballtem Praxiswissen. Neben spannenden Fachvorträgen – unter anderem von Jan Hasselbaum, Global Director Marketing bei ABICOR BINZEL – stand vor allem der branchenübergreifende Austausch im Mittelpunkt. Denn beim Thema Gesundheitsschutz für Schweißerinnen und Schweißer gibt es keine Einzelkämpfer.
Um Emissionen am Arbeitsplatz nachhaltig zu senken, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Gashersteller, Produzenten von Zusatzwerkstoffen, Stromquellenhersteller und Experten für Absaugtechnik können nur gemeinsam die besten Lösungen entwickeln. Uns alle eint dabei dasselbe Ziel: eine perfekte Schweißnaht und maximaler Schutz für die Fachkraft. Genau dieses starke Netzwerk spiegelte sich auf dem SchweisserCampus durch die hervorragende Organisation des Air Liquide Teams rund um Norbert Semsch, Cerkez Kaya und Oliver Würth wider. Mit Partnern wie Air Liquide, der BGHM, Lorch, der SLV Duisburg, voestalpine und Welded.io war jede Menge Branchenkompetenz vertreten.
l. n. r.: Dr. Samuel Mann (Welded.io), Jan Hasselbaum (ABICOR BINZEL), Norbert Semsch (Air Liquide), Cerkez Kaya (Air Liquide), Birger Jaeschke (Lorch), Andreas Hasse (BGHM), Aleksandar Sarić (Voestalpine)
Die Mittagspause im Ausstellerbereich bot anschließend den perfekten Rahmen, um das neu erworbene Fachwissen direkt auf Augenhöhe und in lockerer Atmosphäre zu diskutieren. Unsere Fachspezialisten für Absaugtechnik standen an unserem Stand bereit, um individuelle Fragen rund um unsere Absaugprodukte zu beantworten.
Besonders wertvoll: Die Gäste konnten die xFUME®-Brenner selbst in die Hand nehmen. Das geringe Gewicht und die optimierte Gewichtsverteilung sorgten bei vielen für Überraschung und räumten mit dem Vorurteil der unhandlichen Absaugtechnik endgültig auf. Wer das Werkzeug einmal selbst in der Hand hält, merkt schnell, dass Ergonomie und angenehmes Handling bei unseren Absaugbrennern der Standard ist.
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Gleiches Setup, unterschiedliche Luftqualität
Die beste Theorie nützt nichts ohne einen Praxistest. Deshalb hieß es am Nachmittag für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer: direkt zu den Schweißkabinen, um bei den Live-Demonstrationen ganz genau hinzuschauen. Das absolute Highlight war der im Folgenden dargestellte direkte Vergleich, der bereits auf der SCHWEISSEN & SCHNEIDEN 2025 für so viel Aufsehen gesorgt hatte, dass daraus überhaupt erst die Idee für das Technologieforum entstand.
In zwei baugleichen Schweißzellen lief exakt dasselbe Setup: gleiche Stromquelle, identischer Cobot, gleicher Brenner. Der einzige Unterschied? Das Gas. Während in Zelle 1 bei der Vorführung mit herkömmlichem Standard-Gas geschweißt wurde und sich schnell eine typische Wolke aus Schweißrauch bildete, kam in Zelle 2 das emissionsreduzierte Schutzgas ARCAL™ 14 von Air Liquide zum Einsatz. Das Ergebnis war für die Gäste verblüffend: Die Luft blieb optisch sauber. Dass das nicht nur ein subjektiver Eindruck war, bewiesen die Sensoren von Welded.io, die parallel genaueste Livedaten über die Schweißrauchbelastung lieferten. Sie zeigten auf den Monitoren, wie drastisch die Emissionen in der Zelle allein durch die Wahl des optimierten Gases sanken.
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xFUME® PRO im Livetest
Doch das war erst der Anfang. In einer weiteren Live-Demonstration wurde gezeigt, was passiert, wenn manuelle Präzision auf maximale Absaugleistung trifft. Während mit dem xFUME® PRO 36 Rauchgas-Absaugbrenner geschweißt wurde, lieferten die Sensoren von Welded.io erneut den Beweis in Echtzeit: Die geballte Kraft der Punktabsaugung ließ dem Rauch keine Chance, ohne dabei wertvolles Schutzgas abzusaugen.
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Fachlich lässt sich dieses Zusammenspiel perfekt in das bewährte STOP-Prinzip der Berufsgenossenschaften einordnen. Dieses legt fest, in welcher Reihenfolge Schutzmaßnahmen ergriffen werden sollten, um Fachkräfte bestmöglich zu schützen.
Den Anfang macht dabei immer die Substitution (S): Hier wird die Gefahrenquelle direkt beseitigt und durch eine sichere Alternative ausgetauscht – so wie wir es zuvor mit dem optimierten Schutzgas gesehen haben. Reicht das allein nicht aus, folgen die technischen Schutzmaßnahmen (T). Hier kommt unsere Punktabsaugung ins Spiel. Der entscheidende Vorteil dieser technischen Lösung? Der gefährliche Schweißrauch wird direkt an der Entstehungsquelle erfasst, noch bevor er die Atemwege erreichen kann. Das ist aktiver Gesundheitsschutz, der keine Kompromisse bei der Sicht oder der Nahtqualität macht und dabei alle Personen in der Werkstatt schützt – nicht nur die Schweißerin oder den Schweißer. Technische Schutzmaßnahmen sind also deutlich effektiver als rein organisatorische Maßnahmen (O), wie etwa Lüftungspausen, oder die persönliche Schutzausrüstung (P) in Form von Masken und Frischlufthelmen.
Fazit: Arbeitsschutz als Wettbewerbsvorteil
Das erste Technologieforum auf dem SchweisserCampus hat eindrucksvoll bewiesen, dass sich höchste Arbeitssicherheit, ergonomisches Handling und eine perfekte Schweißnaht nicht ausschließen – im Gegenteil, sie ergänzen sich perfekt. Wer heute in moderne Absaugtechnik investiert, erfüllt nicht nur gesetzliche Vorgaben, sondern investiert direkt in sein wichtigstes Kapital: gesunde und motivierte Fachkräfte. Unternehmen, die diesen ganzheitlichen Ansatz leben, machen ihre Fertigung zukunftsfähig und positionieren sich im Wettbewerb als attraktiver, moderner Arbeitgeber.
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